Zimmer 1408 (Director’s Cut) 6/10

Zimmer 1408 (Director’s Cut) 6/10

zimmer-1408Mike Enslin (John Cusack) hat zwei erfolgreiche Bücher über Hotels, in denen es angeblich spukt, veröffentlicht. Nach dem Tod seiner Tochter stürzt er sich noch kompromissloser in die Arbeit. Derzeit fasziniert ihn ein besonders mysteriöser Fall: Im Zimmer 1408 des New Yorker Dolphin Hotel sind unter seltsamen Umständen bereits 56 Gäste gestorben. Um der Wahrheit auf den Grund zu gehen, schlägt Mike alle Warnungen des Hotelmanagers (Samuel L. Jackson) in den Wind und übernachtet in Nr. 1408 – ein kafkaesker Alptraum beginnt.

Ich habe zwei verschiedene Vorgehensweisen, wenn ich einen Film bewerte. Möglichkeit Eins: Der Film startet bei 0 Punkten und kann im Verlaufe der Spieldauer seine Bewertung nach oben korrigieren. Die zweite Variante ist ähnlich unspektakulär: Der Film startet bei 10 Punkten und negative Aspekte werden dann einfach in Abzug gebracht. Die Entscheidung, welche Bewertungsmethode zum tragen kommt, ist eine rein launische.
Natürlich kam auch „Zimmer 1408“ in den Genuss einer Bewertungsvariante – der Film durfte bei 10 Punkten starten. Leider erlebte ich eine kontinuierliche Talfahrt…

Tatsächlich funktioniert der Film am Anfang sehr gut: Die Einführung in den Mythos des unheimlichen Zimmers gelingt sehr gut, nicht zuletzt aufgrund der überzeugenden Darbietung eines gewohnt souveränen Samuel L. Jacksons. Der Spannungsaufbau ist sehr überzeugend, den Gruselfans dürfte vor lauter Vorfreude der Sabber aus den Mundwinkeln laufen. Doch nach gut 30 Minuten geht es bergab: Die ruhige, bedrohliche Stimmung schlägt um, das Zimmer beginnt zu leben. Die ersten 2-3 Schocker funktionieren noch recht gut, doch dann stellt sich grosse Monotonie ein. Der Film ist schlicht überladen! Irgendwann explodieren die Wände, es fliesst ein halbes Meer durch das Zimmer, und und und. „Mehr“ ist an dieser Stelle eindeutig zuviel. Unterhaltsam mag es sein, dass immer etwas läuft – aber von Spannung ist schnell nichts mehr zu spüren, leider.

Die schauspielerische Leistung der Protagonisten ist erwartungsgemäss recht ansprechend. Eigentlich haben wir eine von John Cusack gut rübergebrachte One-Man-Show, die Figur des Hotelchefs (Samuel L. Jackson) wird leider viel zu selten beansprucht. Als kleiner Fan hätte ich mir mehr von Jackson gewünscht…

Es ging zwar schnell, doch ich komme bereits zum Fazit! Denn eigentlich gibt es gar nicht mehr zu sagen, als bereits Erwähntes: Wir haben 1 total hyperaktives Zimmer, ein verstörter Hotelkritiker und einen Hotelboss mit seltenen Auftritten. Dazu 3-4 nicht erwähnenswerte Effekte, gegen Ende eine etwas sinnfreie Flucht aus der Szenerie und ein meiner Meinung nach etwas abgesägter Schluss. Ich bediene mich zweier Möglichkeiten, einen Film zu bewerten. Variante 2 begann bei 10 und fiel bis zum Ende auf 6 runter. Leider gehe ich davon aus, dass eine längere Laufzeit (ich habe den Director’s Cut gesehen) noch weitere Punkte gekostet hätte…
Erwartet habe ich grosse Spannung, gekriegt habe ich solide Hollywood-08/15-Unterhaltung. Nicht das, was ich wollte, aber immerhin ein netter Zeitvertreib.

Eine kleine Anmerkung zu dieser Filmbesprechung: Ich finde sie furchtbar. Solltet ihr einen ähnlichen Eindruck haben bin ich mir nicht zu schade, euch folgende Ausrede zu präsentieren: Während dem Schreiben liefen im Hintergrund gerade zwei Folgen „Scrubs“ – und es gibt kaum eine schlimmere Ablenkung! Ich schiebe die Schuld an dieser Stelle also vollumfänglich auf mich Zach Braff und den anderen verrückten Ärzten, und jetzt schnell Schluss – ich schweife ab!!!

6von10

 

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