
| Titel: | Jack Ketchum's Evil |
| Produktionsjahr: | 2007 |
| Herstellungsland: |  |
| Genre: | Horror, Drama |
| Regie: | Gregory Wilson |
| Darsteller: | Blythe Auffarth, Daniel Manche, Blanche Baker |
| Laufzeit: | 91 Min. |
| Altersfreigabe: | keine Jugendfreigabe |
| Kaufen: | Amazon.de |
| Links: | imdb - ofdb |

Sommer 1958: In einer kleinen, ruhigen amerikanischen Vorstadt lebt der 12-jährige David, dessen Nachbarn, die Chandlers, gerade zwei Mädchen bei sich aufgenommen haben: Megan und ihre jüngere Schwester Susan. Bei einem Autounfall haben sie gerade ihre Eltern verloren und leben nun bei ihrer psychisch etwas labilen Tante Ruth. David freundet sich mit dem älteren der beiden Mädchen an und verliebt sich in sie. Er bemerkt, dass die Anwesenheit der Mädchen im Nachbarhaus auf unerklärliche Weise zu Missgunst und Abneigung bei der Tante führt. Ruths Feindseligkeit den Mädchen gegenüber eskaliert bald von verbalen Attacken zu körperlichen Übergriffen. Das Schockierende daran ist, dass auch die drei kleinen Söhne der Tante involviert zu sein scheinen. David beginnt, der Sache auf den Grund zu gehen - eine Entscheidung, die sein Leben für immer verändern soll... Eine Geschichte, die auf wahren Gegebenheiten basiert.


Steelbooks sind gefährlich. Früher würdige Verpackung für spezielle Filme, dienen sie heute vorwiegend als Kaufargument für Sammler. Teilweise ist es fast schon beängstigend, welcher Müll in ein schickes Steel gepackt wird - nur um die Verkaufszahlen zu erhöhen. Von daher bin ich immer ziemlich vorsichtig, wenn ich im Regal ein Steelbook stehen seh, denn eine hübsche Verpackung macht noch lange keinen guten Film. Diese Regel wurde leider auch bei "Jack Ketchum's Evil" bestätigt...
Eigentlich bin ich der falsche Kritiker, wenn es um Buchverfilmungen geht. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich im Vorfeld das Buch gelesen haben könnte, bewegt sich um die 0%... Ich bin wahrlich kein Leser. Dementsprechend liegt es mir natürlich auch fern, einen Vergleich zu ziehen - was aber in meinen Augen kein zwingender Nachteil sein muss! Immerhin geh ich wohl im Gegensatz zu bucherprobten Zuschauern ohne grosse Erwartungen an einen solchen Film ran.
Der meistgewichtete Punkt in "Jack Ketchum's Evil" ist schnell gefunden - die Story. Regisseur Gregory Wilson bemüht sich sichtbar dem Zuschauer eine flüssig erzählte Geschichte zu präsentieren. Eigentlich ist der Film in ständiger Bewegung, es kommen über die komplette Spielzeit keine Längen auf. Dass die "True Story" aber eher mässig beeindruckt, kann auch ein ereignisreicher Plot nicht ändern... Hauptgrund für den stilistischen Dämpfer: Die Schauspieler und deren Handeln. Zwar wirken sämtliche Protagonisten ziemlich bemüht, doch genau dieser Aspekt scheint den Streifen zu behindern. Alles wirkt irgendwie aufgesetzt, zu sehr gesucht, zu sehr "geschauspielert". Vor allem die Kiddies lassen eine gewisse Lockerheit vermissen und handeln deshalb ziemlich unnatürlich. Ihre Aktionen sind dann ab und an auch ziemlich unverständlich, es war mir nicht immer klar welcher Gedanke hinter gewissen Szenen steckte. Mit zunehmender Dauer des Filmes fiel durch diese Details mein Interesse, bis "Evil" für mich in die Kiste der Belanglosigkeit verschwand.
So wären wir bereits bei der Machart! Der Film kommt ohne grossartigen Effekte aus, auch der Gewaltgrad ist für eine 18er Freigabe eher mild. Verglichen mit anderen neuzeitlichen Streifen im selben Genre könnte man gar von einem harmlosen Film sprechen, dies vor allem weil sich die härteren Szenen allesamt im Off abspielen. Für mich hätte der Film für einmal ruhig eine Spur expliziter sein dürfen (ich weiss, ich bin diesbezüglich schwer zufriedenzustellen...). Als weiteren Negativpunkt sehe ich die Belichtung, vor allem im Freien fand ich das Bild desöffteren einfach zu grell. Dies kann aber durchaus auch am Verleih liegen, ich will hier jetzt mal nicht die Macher an den Pranger stellen.
Fazit: Netter Versuch, sichtlich bemüht, jedoch im Endeffekt einfach zu brav und ziemlich belanglos. Da nützt der anfängliche Vermerk "Based on a true Story" auch nix mehr. Ein weiteres Steelbook, bei dem (fast) nur die Verpackung stimmt.

Weiterer Beitrag im boomenden "Quälerei"-Genre ohne grosse Überraschungen. Die belanglose Story paart sich mit dürftigen Schauspielern und wird auch deshalb wohl nicht lange in Erinnerung bleiben.







