Mittwoch, 21. Mai 2008
Kurzfilmnacht 2008 in Luzern 6/10
Wie versprochen hab ich hier für euch eine kleine Rückblende auf die Kurzfilmnacht 2008 im Bourbaki in Luzern. Die Kurzfilmnacht fand zum vierten Mal statt und war auch dieses Jahr restlos ausverkauft!
Aufgrund drückender Müdigkeitserscheinungen bei meiner Freundin und mir haben wir uns den musikalischen Teil dieses Kinoevents geschenkt – man mag es uns verzeihen...
Alles in Allem war auch das diesjährige Kurzfilmvergnügen in Luzern eine runde Sache – wenn auch der inhaltliche Gehalt der Beiträge ein bisschen zu wünschen übrig liess. Ich hatte ein bisschen mehr erwartet.
Aufgrund drückender Müdigkeitserscheinungen bei meiner Freundin und mir haben wir uns den musikalischen Teil dieses Kinoevents geschenkt – man mag es uns verzeihen...
Alles in Allem war auch das diesjährige Kurzfilmvergnügen in Luzern eine runde Sache – wenn auch der inhaltliche Gehalt der Beiträge ein bisschen zu wünschen übrig liess. Ich hatte ein bisschen mehr erwartet.
Luzerner Premiere: WHAT'S NEXT
Adrian Flückiger/Claudia Röthlin, 2007, 4 Min.
Während dem Versuch, ein Erpresservideo herzustellen, unterlaufen dem Kidnapper einige Missgeschicke.
Zu Beginn der Kurzfilmnacht wurde ein sehr witziger, einheimischer Animationsfilm serviert. Die beiden Studenten einer Luzerner Hochschule haben es verstanden, trotz kurzer Laufzeit ein spassiges Filmvergnügen zu präsentieren. Ein guter Start in eine lange Nacht! 8/10
QUARTZ - SCHWEIZER FILMPREIS 2008
In Hollywood ist es der «Oscar», in der Schweiz der «Quartz»: Seit 1998 werden am Schweizer Filmpreis die Highlights des vergangenen Filmjahres zelebriert und verliehen.
Das Programm zeigte alle Werke, die dieses Jahr in der Kategorie «Bester Kurzfilm» nominiert waren, darunter natürlich auch den diesjährigen Gewinner des «Quartz».
LE CRÉNEAU
Frédéric Mermoud, 2007, 13 Min.
Wie immer sind Camille und Hervé etwas verspätet. Wie ist es möglich, einen Parkplatz zu finden, ohne die Nerven zu verlieren?
Nett aufgebaut mit flüssiger Erzählung – jedoch ist die Pointe ziemlich gesucht und leicht übertrieben. Mir fehlte der Zusammenhang zwischen Aufbau und Auflösung. 6/10
RENÉ
Tobias Nölle, 2007, 29 Min.
Die tragikomische Geschichte eines Mannes auf der Suche nach seinem «Echo», dem Weg aus seiner Einsamkeit. Die Suche wird mehr und mehr zu einer Irrfahrt. Vorbei am eigenen Wahnsinn und knapp dem Tod entronnen, merkt er langsam, dass die Suche nur bei ihm selbst enden kann.
Mir ist es ehrlich gesagt schleierhaft, wie dieser Film so viele Preise gewinnen konnte. Sehr klischeehaft, die Kulissen übertrieben düster, hat Längen, nicht nachvollziehbar und im Endeffekt auch nicht wirklich bewegend. Nette Ansätze, mehr nicht. 4/10
IL NEIGE À MARRAKECH
Hicham Alhayat, 2006, 15 Min.
Ein junger Marokkaner versucht seinem Vater einen letzen Wunsch zu erfüllen: Skifahren in den Schweizer Alpen. Mit Hilfe seines besten Freundes und seiner Schwester setzt er seine ganze Phantasie ein, um seinem Vater einen unvergesslichen Tag zu schenken.
Nette Grundidee, originell, gut gespielt, herzliche Jokes – ein durchwegs unterhaltsamer Beitrag! Leider auch hier nicht immer ganz nachvollziehbar. Trotzdem: Runde Sache, cooler Hauptdarsteller, liebevolle Aufmachung! 8/10
LAUBERHORNRENNEN IM SOMMER
Daniel Zimmermann, 2007, 5 Min.
Erleben Sie aus der Rennfahrerperspektive hautnah die legendäre Lauberhornabfahrt im Sommer - mit neuem Streckenrekord!
Die Idee ist ok. Allerdings fand ich die Umsetzung katastrophal, mir wurde durch die schnelle Bildfolge beinahe schlecht. Ich war froh, als dieses Rennen endlich fertig war! 2/10
AUF DER STRECKE
Reto Caffi, 2007, 30 Min.
Ein Kaufhausdetektiv ist heimlich in eine Verkäuferin im hauseigenen Buchladen verliebt und beobachtet sie regelmässig. Als er Zeuge wird, wie ein vermeintlicher Nebenbuhler verprügelt wird, greift der eifersüchtige Detektiv nicht ein - mit fatalen Folgen.
Der längste Beitrag der Kurzfilmnacht. Solide gespielt mit spannendem Aufbau, mit gelungener Pointe in der Mitte des Films. Meines Erachtens hätte er an dieser Stelle gleich fertig sein sollen – die nachfolgenden Szenen lagen mir als eine Art „künstliche Verlängerung“ ein wenig auf. Nichts desto trotz ein würdiger Sieger des Schweizer Filmpreises. 8/10
MACH DOCH WAS DU WILLST
Die Arbeit bestimmt unser Leben. Wieso eigentlich? In diesem Block, der das Ergebnis eines deutschen Kurzfilmwettbewerbs ist, gehen acht Filmemacher dem Thema Arbeit auf den Grund: Die Bandbreite reicht von satirischen Beschreibungen des ganz alltäglichen Arbeitswahnsinns, über Gegenentwürfe zur traditionellen Erwerbstätigkeit bis hin zu fiktionalen Zukunftsprognosen.
DIE NEUE ZEIT
Karsten Wiesel, Experimenteller Dokumentarfilm, Deutschland 2007, 2 Min.
Arbeit war das wichtigste Thema von Lehr- und Propagandafilmen der DDR. Eine kleine Staatsbürgerkunde - zusammengestellt aus diesem Archivmaterial - beschwört die alten Geister herauf und stärkt den Traum, dass die Bemühungen des Menschen mit einer paradiesischen Zukunft belohnt werden.
Sehr sarkastischer, als Propagandafilm verkleideter Mahnfinger, mit gelungener Aussage. In kurzer Dauer sehr treffsicher, hat gepasst. 7/10
MIT PFERDEN KANN MAN NICHT INS KINO GEHEN
Anna Wahle, Dokumentarfilm, Deutschland 2007, 10 Min.
Was bedeutet Arbeit in Zukunft? Die Regisseurin fragt jene, die in der Zukunft arbeiten werden: Schüler zwischen 12 und 20 Jahren. Sie erzählen uns, welcher Beruf sie glücklich machen würde, ob und weshalb sie eine Familie gründen wollen, was ihnen Angst macht und was im Leben wichtig ist.
Doku-Interview mit einerseits witzigen, andererseits aber auch nachdenklich stimmenden Aussagen grundverschiedener Schüler aus diversen Altersklassen. Nichts weltbewegendes, dafür aber sehr ehrlich! 8/10
BUS
Jens Schillmöller / Lale Nalpantoglu, Fiktion, Deutschland 2007, 9 Min.
In einem Bus wohnt und lebt eine Arbeits-Guerilla, die sich Arbeit einfach nimmt und Löhne erzwingt. Eine charmante Anhalterin bringt das System jedoch durcheinander.
Die Umsetzung passt sich der Idee an – und diese fand ich schon ziemlich bescheiden. Sehr aufgesetzt ohne wirkliche Message, wahrlich kein bleibender Beitrag. Trotz kurzer Laufzeit sogar irgendwie langweilig... 3/10
RECYCLED PLANETS
Mojan Ghanaatgar/Jeanine Reutemann, Animation, Schweiz 2007, 2 Min.
Auf der Suche nach Arbeit geht ein Mann von Tür zu Tür. Überall wird er abgelehnt. Als er am Abend erschöpft auf der Strasse sitzt, wird urplötzlich eine Leiter vom Mond heruntergelassen. Er steigt hinauf und gestaltet sich seine Arbeitswelt fortan selber - aus Weltraummüll.
? Ich weiss ehrlich gesagt nicht, was ich aus diesem Film ziehen sollte. Irgendwie verwirrend und doch interessant, die mir fehlende Auflösung wäre dann wohl in den nicht existierenden Minuten 3 oder 4 gekommen. Vielleicht war ich ja auch einfach schon zu müde... 5/10
WALDMEISTER
Markus Mischkowski/Kai-Maria Steinkühler, Fiktion, Deutschland 2007, 9 Min.
Die beiden langzeitarbeitslosen Filmhelden Mike und Alfred sind in eine Massnahme zur so genannten «Integration in den Arbeitsmarkt» geraten. Sie sollen die städtischen Grünanlagen und Wälder von Unrat und Müll befreien. Doch der Markt des Waldmülls ist mittlerweile heiss umkämpft.
Sehr schlicht und wenig originell, ich hatte den Eindruck, ziemlich ähnliche Storylines bereits in anderen Filmen gesehen zu haben. Nicht ganz so nervend wie „BUS“, trotzdem aber eher Zeitverschwendung. 4/10
PETERS PRINZIP
Kathrin Albers/Jim Lacy, Animation, Deutschland 2007, 4 Min.
Du musst nicht schneller als ein Krokodil schwimmen können, um einen Angriff zu überleben. Du musst nur schneller schwimmen können als dein Kollege neben dir.
Gut animiert, schnelle Erzählweise, geradlinig und sarkastisch – und trotzdem sehr treffend! Die eingesetzten Figuren sind selbsterklärend und versprühen einen angenehmen Charme. Ging echt in Ordnung! 8/10
OUTSOURCING
Markus Dietrich, Fiktion, Deutschland 2007, 6 Min.
Das kleinste Unternehmen ist die Familie. Was wäre, wenn man diesen «Betrieb» einmal unter rein wirtschaftlichen Aspekten betrachten würde? Wenn plötzlich Familienmitglieder die Entlassung erhielten, damit effektiver gewirtschaftet werden kann?
Witzige Idee, wirkte für mich wie einer dieser kleinen Filme, die man von ein Kumpel per E-Mail kriegt. Keine wirkliche Botschaft, aber durchaus unterhaltsam. Ein Filmchen im vorderen Mittelmass. 6/10
WIE ICH EIN FREIER REISEBEGLEITER WURDE
Jan Peters, Inszenierter Dokumentarfilm, Deutschland 2007, 15 Min.
Ein Filmtagebuch über den Versuch, einen neuen Job in der Dienstleistungsgesellschaft zu etablieren: freie Reisebegleitung. Gegen ein kleines Entgelt bietet der Filmemacher den U-Bahn-Reisenden eine «Mitgliedschaft» bei seinem Gruppenticket an - der erste Schritt zur Ich-AG.
DANKE. Der letzte Beitrag, den meine zu diesem Zeitpunkt bereits schlafende Freundin und ich sehen durften, war zugleich auch der Beste. Jan Peters bringt uns den traurigen Alltag diverser Leute an einem Flughafen näher und versucht in ihre Rolle zu schlüpfen. Das Schlussstatement ist gleichzeitig die Kernaussage des Films. Und genau dieses Schlusswort katapultiert den Streifen auf den ersten Platz der Kurzfilmnacht – echt toll! 10/10
Fazit: Die Kurzfilmnacht war ein kurzweiliges Erlebnis, welches allerdings eher mässige Beiträge zu bieten hatte. Der Schnitt liegt bei leicht enttäuschenden 6,21 – zu wenig für einen solchen Event. Wer weiss? Bei höherem Gehalt wären wir vielleicht auch länger geblieben.
Nichts desto trotz bin ich nächstes Jahr wohl wieder dabei, als grosser Fan von Kurzfilmen ist eine solche Nachtschicht einfach ein Muss!










Adrian Flückiger/Claudia Röthlin, 2007, 4 Min.
Während dem Versuch, ein Erpresservideo herzustellen, unterlaufen dem Kidnapper einige Missgeschicke.
Zu Beginn der Kurzfilmnacht wurde ein sehr witziger, einheimischer Animationsfilm serviert. Die beiden Studenten einer Luzerner Hochschule haben es verstanden, trotz kurzer Laufzeit ein spassiges Filmvergnügen zu präsentieren. Ein guter Start in eine lange Nacht! 8/10
QUARTZ - SCHWEIZER FILMPREIS 2008
In Hollywood ist es der «Oscar», in der Schweiz der «Quartz»: Seit 1998 werden am Schweizer Filmpreis die Highlights des vergangenen Filmjahres zelebriert und verliehen.
Das Programm zeigte alle Werke, die dieses Jahr in der Kategorie «Bester Kurzfilm» nominiert waren, darunter natürlich auch den diesjährigen Gewinner des «Quartz».
LE CRÉNEAU
Frédéric Mermoud, 2007, 13 Min.
Wie immer sind Camille und Hervé etwas verspätet. Wie ist es möglich, einen Parkplatz zu finden, ohne die Nerven zu verlieren?
Nett aufgebaut mit flüssiger Erzählung – jedoch ist die Pointe ziemlich gesucht und leicht übertrieben. Mir fehlte der Zusammenhang zwischen Aufbau und Auflösung. 6/10
RENÉ
Tobias Nölle, 2007, 29 Min.
Die tragikomische Geschichte eines Mannes auf der Suche nach seinem «Echo», dem Weg aus seiner Einsamkeit. Die Suche wird mehr und mehr zu einer Irrfahrt. Vorbei am eigenen Wahnsinn und knapp dem Tod entronnen, merkt er langsam, dass die Suche nur bei ihm selbst enden kann.
Mir ist es ehrlich gesagt schleierhaft, wie dieser Film so viele Preise gewinnen konnte. Sehr klischeehaft, die Kulissen übertrieben düster, hat Längen, nicht nachvollziehbar und im Endeffekt auch nicht wirklich bewegend. Nette Ansätze, mehr nicht. 4/10
IL NEIGE À MARRAKECH
Hicham Alhayat, 2006, 15 Min.
Ein junger Marokkaner versucht seinem Vater einen letzen Wunsch zu erfüllen: Skifahren in den Schweizer Alpen. Mit Hilfe seines besten Freundes und seiner Schwester setzt er seine ganze Phantasie ein, um seinem Vater einen unvergesslichen Tag zu schenken.
Nette Grundidee, originell, gut gespielt, herzliche Jokes – ein durchwegs unterhaltsamer Beitrag! Leider auch hier nicht immer ganz nachvollziehbar. Trotzdem: Runde Sache, cooler Hauptdarsteller, liebevolle Aufmachung! 8/10
LAUBERHORNRENNEN IM SOMMER
Daniel Zimmermann, 2007, 5 Min.
Erleben Sie aus der Rennfahrerperspektive hautnah die legendäre Lauberhornabfahrt im Sommer - mit neuem Streckenrekord!
Die Idee ist ok. Allerdings fand ich die Umsetzung katastrophal, mir wurde durch die schnelle Bildfolge beinahe schlecht. Ich war froh, als dieses Rennen endlich fertig war! 2/10
AUF DER STRECKE
Reto Caffi, 2007, 30 Min.
Ein Kaufhausdetektiv ist heimlich in eine Verkäuferin im hauseigenen Buchladen verliebt und beobachtet sie regelmässig. Als er Zeuge wird, wie ein vermeintlicher Nebenbuhler verprügelt wird, greift der eifersüchtige Detektiv nicht ein - mit fatalen Folgen.
Der längste Beitrag der Kurzfilmnacht. Solide gespielt mit spannendem Aufbau, mit gelungener Pointe in der Mitte des Films. Meines Erachtens hätte er an dieser Stelle gleich fertig sein sollen – die nachfolgenden Szenen lagen mir als eine Art „künstliche Verlängerung“ ein wenig auf. Nichts desto trotz ein würdiger Sieger des Schweizer Filmpreises. 8/10
MACH DOCH WAS DU WILLST
Die Arbeit bestimmt unser Leben. Wieso eigentlich? In diesem Block, der das Ergebnis eines deutschen Kurzfilmwettbewerbs ist, gehen acht Filmemacher dem Thema Arbeit auf den Grund: Die Bandbreite reicht von satirischen Beschreibungen des ganz alltäglichen Arbeitswahnsinns, über Gegenentwürfe zur traditionellen Erwerbstätigkeit bis hin zu fiktionalen Zukunftsprognosen.
DIE NEUE ZEIT
Karsten Wiesel, Experimenteller Dokumentarfilm, Deutschland 2007, 2 Min.
Arbeit war das wichtigste Thema von Lehr- und Propagandafilmen der DDR. Eine kleine Staatsbürgerkunde - zusammengestellt aus diesem Archivmaterial - beschwört die alten Geister herauf und stärkt den Traum, dass die Bemühungen des Menschen mit einer paradiesischen Zukunft belohnt werden.
Sehr sarkastischer, als Propagandafilm verkleideter Mahnfinger, mit gelungener Aussage. In kurzer Dauer sehr treffsicher, hat gepasst. 7/10
MIT PFERDEN KANN MAN NICHT INS KINO GEHEN
Anna Wahle, Dokumentarfilm, Deutschland 2007, 10 Min.
Was bedeutet Arbeit in Zukunft? Die Regisseurin fragt jene, die in der Zukunft arbeiten werden: Schüler zwischen 12 und 20 Jahren. Sie erzählen uns, welcher Beruf sie glücklich machen würde, ob und weshalb sie eine Familie gründen wollen, was ihnen Angst macht und was im Leben wichtig ist.
Doku-Interview mit einerseits witzigen, andererseits aber auch nachdenklich stimmenden Aussagen grundverschiedener Schüler aus diversen Altersklassen. Nichts weltbewegendes, dafür aber sehr ehrlich! 8/10
BUS
Jens Schillmöller / Lale Nalpantoglu, Fiktion, Deutschland 2007, 9 Min.
In einem Bus wohnt und lebt eine Arbeits-Guerilla, die sich Arbeit einfach nimmt und Löhne erzwingt. Eine charmante Anhalterin bringt das System jedoch durcheinander.
Die Umsetzung passt sich der Idee an – und diese fand ich schon ziemlich bescheiden. Sehr aufgesetzt ohne wirkliche Message, wahrlich kein bleibender Beitrag. Trotz kurzer Laufzeit sogar irgendwie langweilig... 3/10
RECYCLED PLANETS
Mojan Ghanaatgar/Jeanine Reutemann, Animation, Schweiz 2007, 2 Min.
Auf der Suche nach Arbeit geht ein Mann von Tür zu Tür. Überall wird er abgelehnt. Als er am Abend erschöpft auf der Strasse sitzt, wird urplötzlich eine Leiter vom Mond heruntergelassen. Er steigt hinauf und gestaltet sich seine Arbeitswelt fortan selber - aus Weltraummüll.
? Ich weiss ehrlich gesagt nicht, was ich aus diesem Film ziehen sollte. Irgendwie verwirrend und doch interessant, die mir fehlende Auflösung wäre dann wohl in den nicht existierenden Minuten 3 oder 4 gekommen. Vielleicht war ich ja auch einfach schon zu müde... 5/10
WALDMEISTER
Markus Mischkowski/Kai-Maria Steinkühler, Fiktion, Deutschland 2007, 9 Min.
Die beiden langzeitarbeitslosen Filmhelden Mike und Alfred sind in eine Massnahme zur so genannten «Integration in den Arbeitsmarkt» geraten. Sie sollen die städtischen Grünanlagen und Wälder von Unrat und Müll befreien. Doch der Markt des Waldmülls ist mittlerweile heiss umkämpft.
Sehr schlicht und wenig originell, ich hatte den Eindruck, ziemlich ähnliche Storylines bereits in anderen Filmen gesehen zu haben. Nicht ganz so nervend wie „BUS“, trotzdem aber eher Zeitverschwendung. 4/10
PETERS PRINZIP
Kathrin Albers/Jim Lacy, Animation, Deutschland 2007, 4 Min.
Du musst nicht schneller als ein Krokodil schwimmen können, um einen Angriff zu überleben. Du musst nur schneller schwimmen können als dein Kollege neben dir.
Gut animiert, schnelle Erzählweise, geradlinig und sarkastisch – und trotzdem sehr treffend! Die eingesetzten Figuren sind selbsterklärend und versprühen einen angenehmen Charme. Ging echt in Ordnung! 8/10
OUTSOURCING
Markus Dietrich, Fiktion, Deutschland 2007, 6 Min.
Das kleinste Unternehmen ist die Familie. Was wäre, wenn man diesen «Betrieb» einmal unter rein wirtschaftlichen Aspekten betrachten würde? Wenn plötzlich Familienmitglieder die Entlassung erhielten, damit effektiver gewirtschaftet werden kann?
Witzige Idee, wirkte für mich wie einer dieser kleinen Filme, die man von ein Kumpel per E-Mail kriegt. Keine wirkliche Botschaft, aber durchaus unterhaltsam. Ein Filmchen im vorderen Mittelmass. 6/10
WIE ICH EIN FREIER REISEBEGLEITER WURDE
Jan Peters, Inszenierter Dokumentarfilm, Deutschland 2007, 15 Min.
Ein Filmtagebuch über den Versuch, einen neuen Job in der Dienstleistungsgesellschaft zu etablieren: freie Reisebegleitung. Gegen ein kleines Entgelt bietet der Filmemacher den U-Bahn-Reisenden eine «Mitgliedschaft» bei seinem Gruppenticket an - der erste Schritt zur Ich-AG.
DANKE. Der letzte Beitrag, den meine zu diesem Zeitpunkt bereits schlafende Freundin und ich sehen durften, war zugleich auch der Beste. Jan Peters bringt uns den traurigen Alltag diverser Leute an einem Flughafen näher und versucht in ihre Rolle zu schlüpfen. Das Schlussstatement ist gleichzeitig die Kernaussage des Films. Und genau dieses Schlusswort katapultiert den Streifen auf den ersten Platz der Kurzfilmnacht – echt toll! 10/10
Fazit: Die Kurzfilmnacht war ein kurzweiliges Erlebnis, welches allerdings eher mässige Beiträge zu bieten hatte. Der Schnitt liegt bei leicht enttäuschenden 6,21 – zu wenig für einen solchen Event. Wer weiss? Bei höherem Gehalt wären wir vielleicht auch länger geblieben.
Nichts desto trotz bin ich nächstes Jahr wohl wieder dabei, als grosser Fan von Kurzfilmen ist eine solche Nachtschicht einfach ein Muss!
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