
| Titel: | Gomorra |
| Produktionsjahr: | 2008 |
| Herstellungsland: |  |
| Genre: | Drama |
| Regie: | Salvatore Abruzzese, Gianfelice Imparato, Salvatore Cantalupo |
| Darsteller: | Matteo Garrone |
| Laufzeit: | 135 Min. |
| Altersfreigabe: | 16 (Kino CH) |
| Kaufen: | läuft demnächst im Kino Bourbaki |
| Links: |   |

Ein Reich teilt man nicht durch einen simplen Händedruck, man zerschneidet es mit dem Messer. Das Reich dieses Filmes sind die Provinzen von Neapel und Caserta. Macht, Geld, Blut - damit werden die Einwohner täglich konfrontiert. Nur eine Minderheit kann überhaupt daran denken, ein «normales» Leben zu führen.
Die süditalienische Mafiaorganisation Camorra mischt mit im internationalen Drogenhandel, verschiebt Giftmüll, macht Geschäfte mit der Herstellung von Designermode. Sie hat praktisch das Monopol auf den Handel mit Zement - und Geschäftsbeziehungen, die bis nach China reichen…


Mafiafilme haben vor allem in Hollywood eine ziemlich lange Tradition. Genre-König "
The Godfather" zum Beispiel gilt noch heute als einer der besten Filmen aller Zeiten.
Was passiert aber, wenn ein solcher Film aus dem Mutterland der Mafiaszene kommt? Und die Handlung keine blosse Unterhaltung bemüht sondern sich praktisch als Dokumentation versucht? Tja, dann bangt selbst der Autor des Buches (
Roberto Saviano), welches dem Film "
Gomorra" als Vorlage diente, um sein Leben. Er steht unter Personenschutz - und erhält sogar Morddrohungen…
"
Gomorra" basiert wie gesagt auf dem Bestseller eines Comorra-Insiders. Dementsprechend wirken auch die fünf übereinander erzählten Geschichten des Films sehr real. Man kann gewissermassen von einer Dokumetation sprechen, immerhin spielen sich die Dinge in Neapel tatsächlich so ab.
Makel an der ganzen Sache: Die etwas überzoge Dauer des Dramas. Mit 135 Minuten wird dann doch ziemlich viel Sitzfleisch vorausgesetzt, ich denke eine etwas straffere Filmrolle hätte nicht unbedingt geschadet.
Das Kapital des Filmes liegt neben den verwendeten Original-Schauplätzen ganz klar bei den Schauspielern. Diese machen ihre Sache recht gut, selbst der Junge Toto (
Salvatore Abruzzese) konnte mich überzeugen. Für mich kein Normalzustand, ich mag schaupielernde Kinder aufgrund oft fehlender Qualität eigentlich überhaupt nicht.
Bleibt zu hoffen, dass dem Film eine Synchronisation erspart bleibt, denn die Handlungen können mit Sicherheit nur auf Italienisch derart echt wirken.
Etwas unschön: Die Technik. Vor allem liegen mir ein paar Schnitte etwas schwer auf, sie waren nicht besonders klever angesetzt und teilweise wurden sogar halbe Sätze verschluckt. Mag am Kino liegen, dies wage ich aber zu bezweifeln. Für einen ziemlich intensiven Film leider sehr schade und echt störend. Ansonsten gibt's bei der Machart keine erwähnenswerte Punkte, der Rest ist ziemlich solide.
Fazit: "
Gomorra" ist ein starkes Stück Italienisches Kino und wurde nicht umsonst bei diversen Festivals gebührend gefeiert. Die Thematik ist heikel und sehr glaubwürdig umgesetzt, schade dass gewisse Längen aufkommen und technische Mängel festzustellen sind. Ich habe einen Blick in die Niederungen Neapels riskiert und habe diesen aber keineswegs bereut.
Hoffen wir, dass Autor
Roberto Saviano die Veröffentlichung seines Buches ebenfalls nicht wird bereuen müssen. Eigentlich unglaublich sowas, in der heutigen Zeit. Und das ist dann kein Film mehr…

Authentischer, fast dokumentarisch wirkender Blick in eine sehr düstere, jedoch leider auch sehr aktuelle Welt. Teilweise etwas langatmig und mit gewissen handwerklichen Mängeln.







