Freitag, 16. Januar 2009
Street Kings 6/10
| Titel: | Street Kings |
| Produktionsjahr: | 2008 |
| Herstellungsland: | |
| Genre: | Drama, Krimi, Thriller |
| Regie: | David Ayer |
| Darsteller: | Keanu Reeves, Forest Whitaker, Hugh Laurie |
| Laufzeit: | 104 Min. |
| Altersfreigabe: | keine Jugendfreigabe |
| Kaufen: | amazon.de |
| Links: |
Detective Tom Ludlow vom LAPD, dem Los Angeles Police Depart-ment, hat sich mit seiner kompromisslosen Herangehensweise nicht nur Freunde ge-macht und gerät nach einer besonders spektakulären Geiselnahme ins Visier des internen Ermittlers Biggs, der nur darauf zu warten scheint, dass Ludlow bei seiner Arbeit einen schwerwiegenden, letzten Fehler begeht. Als einige Tage später Ludlows ehemaliger Partner, Terrance Washington, von unbekannten Tätern auf offener Straße hingerichtet wird und in Ludlows Armen stirbt, gehört Ludlow zu den Hauptverdächtigen, denn Washington soll bei Biggs gegen ihn ausgesagt haben.
Um Ludlow zu schützen, verbietet ihm sein direkter Vorgesetzter, Captain Wander, die Mörder Washingtons zu verfolgen. Dennoch gibt es für Ludlow nur ein Ziel: Er will die Killer fassen und zur Rechenschaft ziehen. Bei dieser Mission steht Ludlow der junge Nachwuchs-Cop Diskant zur Seite. Doch bald realisieren die beiden, dass die eigentliche Gefahr für sie innerhalb des undurchsichtigen Polizeiapparates liegt und Ludlows Chef und seine Kollegen ein doppeltes Spiel zu spielen scheinen. Für Ludlow hat der Kampf gegen eine Welt, die von korrupten Kräften gelenkt wird, längst begonnen...
"Training Day", "Dark Blue". David Ayer ist zweifelsohne in der Welt der Polizeibrutalität zuhause. Diesmal beliefert uns Ayer aber nicht mit einem weiteren Drehbuch zu diesem Thema, sondern nimmt uns in "Street Kings" als Regisseur mit auf eine Reise durch die düsteren Gassen von LA. Funktioniert zwar, überzeugt aber nicht unbedingt.
Wer "Training Day" und/oder "Dark Blue" gesehen hat, der kennt "Street Kings" eigentlich schon. Bumm - bereits haben wir das Hauptproblem dieses Filmes in knappen Worten zusammengefasst. Ich will nicht unbedingt von Langeweile sprechen, doch wird man das Gefühl einfach nicht los, die eine oder andere Szene in selber oder ähnlicher Form schon mal gesehen zu haben. Böse Bullen die noch viel bösere Bullen wegen haufenweise Kohle über den Jordan schicken gehört halt wirklich nicht zum Aussergewöhnlichsten, was die Filmindustrie in den letzten Jahren ausgespuckt hat… Der gewählte Härtegrad darf mit Fug und Recht als "wuchtig" bezeichnet werden. Macht zwar Spass, wirkt an einigen Stellen aber ein wenig deplatziert. Gegen Ende des Films muss man eigentlich sogar das Wort "Gewaltverherrlichung" in den Mund nehmen - unschön.
Doch Street Kings ist indes kein schlechter Film, Achtung! Die Umsetzung der Story klappt bei Street Kings ganz ordentlich, sowohl Atmosphäre wie auch Inszenierung sind nicht von schlechten Eltern. Der Zuschauer kann der Handlung jederzeit folgen und wird von der Erzählweise niemals überfordert. Da hab ich in anderen Copthrillern leider schon ganz andere Dinge erlebt…
Im Bereich der Darsteller hat sich Ayer nicht lumpen lassen, jedenfalls nicht, was die Namen angeht: Keanu Reeves hat man in einer solchen Rolle noch nie gesehen, leider macht sich dieser Umstand auch bemerkbar. Schon in den ersten Szenen wirkt er ein wenig wie ein Fremdkörper, man kauft ihm den kaputten Bullen einfach nicht ab. Forest Whitaker spielt gewohnt stark, da gibt's nichts zu bemängeln. Lustig fand ich den Part von Dr. House…äh…Hugh Laurie: Eigentlich ganz überzeugend, wird man bei ihm das Bild des besagten Dr. House einfach nicht los! Das ist ungefähr das Gleiche wie mit Ed ONeill in "Der Knochenjäger" - da stand auch ständig Al Bundy im Raum... Chris Evans gibt den unerfahrenen Cop recht gut, vielleicht eine Spur zu brav. "Cedric the Entertainer" gibt den Ghetto-Schwarzen und macht mit dieser Interpretation seinem Namen alle Ehre. Unter dem Strich hat es der Cast also nicht versaut - selbst wenn bei der Wahl des Hauptdarstellers leider von einer Fehlbesetzung gesprochen werden muss.
Ok, zählen wir zusammen. Wir haben einen für Ayer-Neulinge durchaus passablen, interessant aufgebauten Copthriller mit leichtem Hang zur Übertreibung. Für Ayer-Kenner gibt's quasi ein "Dark Blue"-Remake mit einer um zwei Jahre höheren Alterseinstufung. Für mich jedenfalls war es weder Fisch noch Vogel. Kann nicht fliegen, stinkt aber auch nicht. Ich hab 104 Minuten schon weitaus besser totgeschlagen. Allerdings auch dümmer...
Düsterer, etwas übertriebener Copthriller mit eher unpassender Besetzung und wenig innovativer Story. Immerhin in der Umsetzung ganz ordentlich und als Film für "zwischendurch" durchwegs geeignet.
| Bewertung | Kommentar | |
| Bild: | Rauschfreier Filmgenuss, lediglich in der Farbgebung etwas matt. | |
| Ton: | Solides 5.1 ohne nennenswerte Aussetzer. Lag leider nur in der Englischen Sprachfassung vor. | |
| Extras: | Dokus, Audiokommentar, Featurettes… Da wurde nicht gegeizt! |
Die DVD wurde freundlicherweise von 20th Century Fox zur Verfügung gestellt!
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