
| Titel: | Big Bang Love, Juvenile A |
| Produktionsjahr: | 2006 |
| Herstellungsland: |  |
| Genre: | Drama |
| Regie: | Takashi Miike |
| Darsteller: | Ryûhei Matsuda, Masanobu Andô, Renji Ishibashi |
| Laufzeit: | 85 Min. |
| Altersfreigabe: | 16 |
| Kaufen: | amazon.de |
| Links: |   |

In einer unbekannten Zeit, in einem Gefängnis an einem unbekanntem Ort, treffen die wegen Mordes inhaftierten jungen Männer Shiro Kazuki und Jun Ariyoshi aufeinander. Der scheue Jun fühlt sich von Shiros aggressiver Entschlossenheit angezogen. Shiro wiederum mag Jun, da er in seine Seele schauen kann. An diesem schemenhaften Ort, vor dem eine Weltraumrakete und eine Maya-Pyramide, die bis in den Himmel reicht, stehen, entspinnt sich ihre Freundschaft und Shiro beschützt Jun vor anderen Häftlingen. Als Shiro stranguliert gefunden wird, will Jun der Mörder gewesen sein. Doch hat Jun es wirklich getan? Die Suche nach dem Motiv führt zurück in die Kindheit der beiden und enthüllt die Tragik ihrer Geschichte...


Vielfilmer
Takashi Miike ist bekannt dafür, neben den oft etwas dürftigen Auftragsproduktionen auch kleine, aber feine Nischenfilme zu drehen, die zwar weniger Beachtung finden, dafür aber Miikes Handschrift deutlicher aufzeigen. "
Big Bang Love" zählt zweifellos zur Nischen-Kategorie…
Die ursprünglich einer Buchvorlage entsprungene Story ist ziemlich leicht verständlich und bietet eigentlich nicht besonders grossen Handlungsraum. Doch diesem Problem hat sich Miike angenommen: Der ganze Film ist eine optisch beeindruckende Meisterleistung und überrascht immer wieder mit verrückten Einfällen und grossartigen Aufnahmen. Wie Miike Licht und Farben zum tanzen bringt, ist schlicht und ergreifend fantastisch! Unser Miike lässt nicht locker, er bleibt seinem Stil von Anfang bis Ende treu und die Bilder überschlagen sich durch die gesamte Laufzeit von knapp 85 Minuten unaufhörlich. Dem Projekt standen nicht gerade besonders viele finanzielle Mittel zur Verfügung, umso beachtlicher das Resultat.
Man muss allerdings anmerken, dass diese Art nicht unbedingt jedem gefallen wird, das Ganze ist schon ziemlich speziell. Der Streifen ist sehr ruhig, düster, gar malerisch, und wirkt manchmal wie ein Theaterstück. Erwartet also bloss kein "
Prison Break", das hier präsentierte Werk zielt in eine völlig andere Richtung, ist aber nicht minder spannend!
"
Big Bang Love" konzentriert sich auf die beiden Hauptdarsteller
Ryûhei Matsuda und
Masanobu Andô. Beide sind gestandene Schauspieler und erledigen ihre Sache sehr überzeugend, obwohl sie in dieser Bilderflut fast ein wenig untergehen. Entgegen der Buchvorlage setzt Miike also nicht auf jugendliche Protagonisten, eine meiner Meinung nach weise Entscheidung.
Unter dem Strich bleibt ein visuell prägendes Filmerlebnis, welches mit einem etwas pointierterem Ende sicherlich die Höchstnote verdient hätte. Man kriegt zwar ein für den Film durchaus würdiges Finale, doch bin ich aus anderen Miike-Werken noch knalligere Schlussbouquets gewohnt.
Aber bei 9 aus 10 darf man ruhig auch schon von einem genialen Film sprechen…

Wenn Miike sich richtig Mühe gibt, wird es (fast) immer ein grandioser Film. Hier hat sich Miike richtig Mühe gegeben.







