
| Titel: | I wie Ikarus |
| Produktionsjahr: | 1979 |
| Herstellungsland: |  |
| Genre: | Thriller |
| Regie: | Henri Verneuil |
| Darsteller: | Yves Montand, Michel Albertini, Roland Blanche |
| Laufzeit: | 121 Min. |
| Altersfreigabe: | ungeprüft |
| Kaufen: | Nicht auf DVD erschienen! |
| Links: |   |

Volksfeststimmung. Der Präsident des Landes wird von tausenden von Zuschauern sehnsüchtig erwartet. Das Auto mit dem Präsidenten biegt ab, kommt der grossen Menge immer näher. Begeisterte Zuschauer stürzen sich auf den Wagen, feiern ihren Präsidenten. Dann plötzlich: Schüsse Fallen, der Präsident ist getroffen, Massenpanik bricht aus. Der Präsident ist tot, der vermeintliche Todesschütze hat sich selbst gerichtet. Ein ganzes Jahr dauern die Ermittlungen an, die Untersuchungskommission – auserwählte Persönlichkeiten aus Politik und Regierung – kommt zu einem eindeutigen Ergebnis: Der Präsident wurde von einem Wahnsinnigen erschossen, dieser richtete sich danach selbst, Ender der Geschichte. Nun muss nur noch das Untersuchungsprotokoll von allen unterzeichnet werden und die Sache ist gegessen. Doch General-Staatsanwalt Henri Volney hat Zweifel... Ohne seine Unterschrift wird das gesamte Protokoll wertlos, er bekommt die Vollmacht, die ganzen Ermittlungen neu aufzunehmen. Die Umstände, die zum Tod des Präsidenten führten, werden immer mysteriöser, immer mehr gerät Henri Volney in einen Strudel von Korruption und Verschwörung...


Der erste Gedanke des Zuschauers ist richtig: Ein Vergleich zum Kennedy-Attentat ist unumgänglich. Doch Regisseur
Henri Verneuil geht eigene Wege. Er versucht nicht, die amerikanische Vorlage detailgetreu zu verfilmen, vielmehr zeigt er auf, wie sich das Ganze hätte abspielen können. In bester Columbo-Manier zeigt er uns einen smarten General-Staatsanwalt, der trickreich und clever allen Unstimmigkeiten auf den Grund geht. Doch je mehr Details ans Licht kommen, umso unklarer werden die Umstände des ganzen Attentates. Immer mehr Möglichkeiten kommen zum Vorschein, der Zuschauer wird regelrecht genötigt, sich eine eigene Meinung zum Geschehen zu machen. Wer hat geschossen? Wer hat diesen Mord in Auftrag gegeben? Wer steckt dahinter? Wer sind die wahren Schuldigen? An Spannung mangelt es diesem Titel in keinster Weise. Auch der Schluss weiss absolut zu überzeugen, er passt sich den gesamten 120 Minuten an: Spannend, überraschend, mysteriös, elegant.
Liebe Fans von wirklich guten Filmen: Das hier wär so einer! Vor allem Fans spannender Krimis kommen bei diesem Oldie aus dem Jahre 1979 voll auf ihre Kosten. Er fesselt von der ersten bis zur letzten Sekunde, es kommt nun wirklich nie auch nur ansatzweise irgendwelche Langeweile auf, der Film hat einen klaren roten Faden der sich durchs gesamte Geschehen zieht.
Speziell erwähnenswert: Das in den Film eingebaute Milgram-Experiment. Bei diesem Experiment werden Freiwillige gebeten, an einem Gedächtnistraining teilzunehmen. Hierbei fungiert der eine Proband als Lehrer, der andere als Schüler. Der Schüler muss sich 30 Synonyme zu diversen Wörtern merken (z.B. Himmel = Blau, Tier = Wild etc.), der Lehrer testet anschliessend das Gedächtnis des Schülers. Bei jedem Fehler des Schülers muss der Lehrer ihn bestrafen – mit Elektroschocks. Beim ersten Fehler sind es noch 15 Volt, beim zweiten 30, beim dritten 45... Bis auf 450 Volt erstreckt sich dieses Spiel.
Tatsächlich ging es nicht darum, den Schüler zu testen (dieser gehörte zum Kreis der Wissenschaftler und spielte die erlittenen Elektroschocks nur vor) – vielmehr wollte man herausfinden, wie weit der Lehrer geht. Die Wissenschaftler die bei diesem Test anwesend waren gaben dem Lehrer immerzu zu verstehen, er soll weitermachen. Es ging also um die Frage: Wie weit geht ein Mensch, wenn ihm eine scheinbar überlegene Persönlichkeit Anweisungen gibt? - Ein geniales Experiment welches in diesem Film eindrücklich dargestellt wurde.

Ein meiner Meinung nach beinahe perfekter Film, an dem man nun wirklich nichts auszusetzen kann. Hier setzt es zurecht die Höchstnote! 







