
| Titel: | Secret Service(s) |
| Produktionsjahr: | 2009 |
| Herstellungsland: |  |
| Genre: | Komödie |
| Regie: | Vlado Priborsky |
| Darsteller: | Verena Leitner, Alexander E. Fennon, Jasmin Devi |
| Laufzeit: | 33 Min. |
| Altersfreigabe: | 12 |
| Kaufen: | Noch nicht auf DVD erhältlich! |
| Links: |  |

Albert ist gerade frisch aus Frankreich nach Wien gezogen. Kaum genießt er einen kurzen Augenblick der Ruhe, schon klopft es an der Tür. Ein Blumenzusteller hat sich in der Adresse geirrt, und so bekommt Albert fälschlicherweise einen riesigen Blumenstrauß geliefert.
In diesem Moment erscheint Hildegard, eine Nachbarin, die auf einen Dienst der besonderen Art und Weise von der Agentur „Secret Service(s)" wartet. Noch bevor Albert sein Dilemma aufklären kann, wird er wortwörtlich gegen seinen Willen in Hildegards Wohnung hineingezogen.


Oh, schön, liebe Leser, ihr seit ja noch hier! Im Februar 2009 durftet Ihr die letzte, grosse Filmkritik auf
filmorakel.ch lesen. Diese beinahe unentschuldbare Durststrecke findet nun dank
Vlado Priborskys neustem Streich ihr langersehntes Ende… (hab Dank, Vlado!!)
Der sympatische Österreicher begeht in seiner mittlerweile vierten Regiearbeit neue Wege und versucht sich im knallharten Genre der Komödie - ein äusserst steiniger Pfad.
Es braucht jeweils ziemlich viel, um meinem Sinn für humorvolle Unterhaltung gerecht zu werden. Den meisten Komödien kann ich wirklich nicht sonderlich viel abgewinnen. Blödelfilm hier, Teenie-Komödie dort - der Markt wird mit solchen belang- und niveaulosem Mist regelrecht übersäht. Mit
Priborskys Beitrag wird der grosse Kessel leider auch nicht essbar, aber immerhin stinkt er nicht mehr ganz so stark…
Ok, die Story ist MEGA-simpel, und nicht unbedingt mein Fall. Allerdings darf an dieser Stelle auch kein überdurchschnittlich anspruchsvoller "David Lynch"-Ableger erwartet werden - wir befinden uns hier in einer Komödie! Ein paar Gags zünden ganz gut, andere eher weniger. Unter dem Strich macht der Film in seinen 33 Minuten aber nicht besonders viele Fehler, der Unterhaltungswert passt.
Interessant wird's, wenn man den Film von seiner technischen Seite her betrachtet. Es macht richtig Spass, die priborskysche (oder ähnlich) Entwicklung über die Jahre hinweg zu beobachten. Wirkte sein Erstling "
Valentins Tag" an gewissen Punkten noch relativ amateurhaft, sind die teilweise trickreichen Kameraspielereien in "
Secret Service(s)" nahezu brilliant. Hochglanzoptik ohne Wackler, der Einbezug von vermeintlich einfachen Objekten wie Spiegel, der tolle Vorspann - "
Secret Service(s)" schöpft mit der ganz grossen Kelle. Ich durfte bereits bei "
Sophie" die beeindruckende Machart loben - und hier kommt nochmals eine Steigerung. Es wäre sehr spannend zu sehen, was Priborsky mit einem Millionenbudget anrichten würde…
Auch bei der Wahl der Schauspieler hat sich einiges getan. Die Akteure wirken sehr professionell und wurden wohl kaum einfach so mal schnell von der Strasse gekratzt. Schade ist aber, dass die Darstellung der Rollen über weite Strecken extrem überzogen ist. Das Overacting übersteigt meiner Meinung nach beinahe schon "Austin Powers"-Sphären! Das augenscheinliche Potenzial der Protagonisten wurde leider nicht passend ausgeschöpft. Ich mag den Spruch, vor allem weil er so oft wie die Faust auf's Auge passt: Weniger wäre mehr gewesen…
Was bleibt, nach 33 Minuten Vlado-Komik? Es bleibt ein lachendes Auge, für die grossartige Aufmachung und für die ehrliche Tapferkeit, sich in den tiefen Sumpf der Komödienunterhaltung zu wagen. Allerdings bleiben auf dem anderen Auge doch auch ein paar Tränen, für zweifelhaftes Schauspiel und fehlender Innovation auf der Storyebene. So schafft es "
Secret Service(s)" nicht meinen persönlichen Lieblings-Priborsky ("
Plan B") vom Thron zu stürzen, doch darf sich der talentierte Regisseur trotzdem über ein durchaus gelungenes Experiment freuen!
Vlado Priborsky hat zweifelsohne sein kommerziellstes Produkt auf die Leinwand gebracht - und ich bin schon sehr gespannt, wohin dieser neue Weg führen wird!

Inhaltlich simple, technisch äusserst hochwertige Kurz-Komödie aus dem Low-Budget Bereich mit ansehnlichem Unterhaltungswert.







