
| Titel: | Saw IV |
| Produktionsjahr: | 2007 |
| Herstellungsland: |  |
| Genre: | Horror, Thriller |
| Regie: | Darren Lynn Bousman |
| Darsteller: | Tobin Bell, Lyriq Bent, Costas Mandylor |
| Laufzeit: | 92 Min. |
| Altersfreigabe: | 18+ |
| Kaufen: | Laserzone (unrated) |
| Links: |   |

Unser aller „Jigsaw“ ist also Tod, genauso seine reizende Assistentin. Trotzdem sterben weiterhin reihenweise Leute an den perversen Spielereien des uns bekannten Mörders – wie kann das nur sein? Legte er die Fallen alle noch vor seinem Ableben, oder steckt jemand anderes dahinter?


Ein für mich sehr interessanter Aspekt an kurzen Tripps ins Ausland ist der oftmals fast schon obligate Ausflug ins örtliche Kino – Cinema im Ausland hat für mich immer einen speziellen Reiz, zumal jedes Land das Kinovergnügen anders zu pflegen scheint. So lag es also auf der Hand, dass der Silvester-Kurztripp nach Brüssel ebenfalls mit einem Kinobesuch gefüttert werden musste – und mit SAW IV schien auch durchaus interessantes Material zu laufen. Das Ticket sah Originalton mit Französischen Untertitel vor, beste Voraussetzungen also für ein blutig-spannendes Ende des Filmjahres 2007. Doch die in den Film gesetzten Hoffnungen erwiesen sich als grosser Fehler...
Ok, das wirklich Gute an der oben einleitenden Inhaltsangabe ist die Tatsache dass sie trotz der bescheidenen Länge von zwei Sätzen alles Wissenswerte zur Story von „SAW IV“ vollumfänglich abdeckt. Die Kuh wird gemolken, solange sie noch Milch gibt, dann wiederholt man die Geschichte halt auch ein viertes Mal, ändert hier und da 1,2 Namen und hofft dass das total debile Publikum nicht merkt, dass es zum vierten Mal den selben Mist vorgelegt kriegt. In Belgien scheint das prächtig zu funktionieren, um 17:00 Uhr war das Kino rappelvoll und das offensichtlich ziemlich junge Zielpublikum hatte seinen Spass. Die Altersfreigaben in Belgien sind im Übrigen wirklich interessant, zumal ich mir sehr gut vorstellen könnte dass „SAW IV“ im deutschsprachigen Raum lediglich in einer geschnittenen Fassung zu sehen sein wird – denn der Film ist äusserst brutal und überrennt die Vorgänger in dieser Hinsicht meiner Meinung nach um Längen.
Aber zurück zum eigentlichen Problem von „SAW IV“: wir haben es hier wirklich zum vierten Mal mit dem selben Film zu tun, Business as usual. Grundsätzlich sieht alles sehr nett aus, die gänzlich unbekannten Darsteller machen ihre Sache relativ gut, selbst wenn sich die Dauer der Auftritte in Grenzen hält – immerhin sind die meisten ja nur da, um möglichst schnell und möglichst qualvoll zu sterben. Dann der dreckige Look, auch in Ordnung. Rasantes Screenplay ohne viel Blabla, eigentlich auch egal, denn wer braucht schon grossartig Story, wenn er ja sowieso weiss worum es geht. Dass das Ganze dann auch jenseits von Sinn und Logik herumpendelt interessiert im Endeffekt auch keine Sau, Hauptsache es blutet gewaltig.
Nun, viel mehr kann ich zu „SAW IV“ wirklich nicht berichten, es steckt einfach nicht mehr in dieser sehr enttäuschenden Geldmaschine ohne Herz, die lediglich einem Schema folgt und ungefähr so beeindruckend ist wie „Hostel II“, welcher ja an der selben Krankheit litt.
Fazit: Ich würde soweit gehen, „SAW IV“ als härtesten Film des Kinojahres 2007 einzustufen, jedenfalls was die wirklich derben Effekte angeht. Allerdings kriegt er in der Kategorie „dümmster Film des Jahres“ ebenfalls die Krone aufgesetzt, denn dieses warmkochen alter Geschichten ist für mich absolut inakzeptabel, ich fühle mich als zahlender Zuschauer wirklich vergaukelt. Immerhin spielt es keine Rolle, welche Sprachfassung man sich gibt, denn die Geschichte kennt man auch ohne nur ein einziges Wort zu verstehen. Man sieht es ja nicht zum ersten Mal...
Für alle, die es kaum erwarten können komplett sinnfreie – aber extrem harte Filme zu sehen, hier die Nachricht ins 2008: Freuet euch, denn Teil 5 wird nach dem Ende, welches in Teil 4 serviert wurde, ohne den kleinsten Zweifel folgen. Die Kuh scheint noch einige Milchreserven zu besitzen, ob ihr diese dann trinken wollt oder nicht, bleibt euch überlassen. Anders schmecken als in den ersten Teilen wird sie aber gewiss nicht...

Langweiliges Ausschlachten einer an sich recht guten Idee, welche ihren Zauber allerdings schon im zweiten Teil gänzlich verloren hat. So ist dieser vierte Teil leider vollkommen unnötig.







