Der junge Victor steht vor seiner eigenen Zwangsheirat, die ihm noch unbekannte Victoria soll auf Drängen der beiden Elternpaare seine Frau werden. Der tollpatschige Victor vermasselt die Probehochzeit und beginnt anschliessend im Wald, das ganze Gelübde für sich alleine zu trainieren. Ein alter Ast soll den Finger der zukünftigen Braut simulieren – der Ast entpuppt sich allerdings als eine Hand der untoten Emily welche seinen Schwur sowie den Ring am Finger sofort sehr ernst nimmt und den armen Victor nach Hause bringt: Nach Hause ins Reich der Toten...
Die „Corpse Bride“-DVD hat eine lustige Geschichte hinter sich: Gekauft hab ich sie im März 2006 und im Februar 2007 landete sie erstmals im Player. Man kann also durchaus behaupten, dass mein Interesse diesem Film gegenüber eher mässig war, was nach Tim Burton’s enttäuschendem Charlie und die Schokoladenfabrik auch kein grosses Wunder ist. Nun hab ich sie aber endlich doch noch gesehen, Burton’s Hochzeit mit einer Leiche! Es bleibt ein zwiespältiger Eindruck... Aber von vorn!
Das gute an Animationsfilmen ist unter anderem die Tatsache, dass man sich bei ihnen nicht über schlechte schauspielerische Leistungen ärgern muss – höchstens über schlecht animierte Charaktere, was im Fall von „Corpse Bride“ völlig abwegig wäre. Jede einzelne Figur ist extrem liebevoll modelliert und sämtliche Handlungen der künstlichen Protagonisten passen zu ihrem Äusseren. Vielfalt ist in Fantasiefilmen immer ein gutes Stilmittel. Optisch gibt es eigentlich wirklich nichts zu bemängeln, selbst die düstere Grundhaltung des Films passt perfekt zum Thema des Films. Mit Liebe zum Detail wurde hier wirkliche eine irrwitzige Welt geschaffen die vor Ideenreichtum nur so strahlt.
Allerdings gibt es in meinen Augen auch Negatives zu berichten. Die Geschichte des Films wirkte auf mich ziemlich aufgesetzt und relativ öde, irgendwie fand ich mich nie wirklich in der Geschichte drin. Natürlich ist die Story absolut plausibel und nachvollziehbar, doch das ist es gar nicht, nein, vielmehr fehlten mir Spannung und vielleicht ein paar clevere Twists. Mit der Zeit war ich gar ein wenig froh, dass der Film mit 74 Minuten ziemlich kurz gehalten ist.
Was mich an „Nightmare before Christmas“ schon genervt hat, war auch in “Corpse Bride” ein absolutes “geht gar nicht”: Die Gesangseinlagen.
Ich weiss, darüber lässt sich nicht streiten, schliesslich sind die Geschmäcker verschieden und mit Corpse Bride liegt ja auch eine eher für jüngeres Publikum konzipierte Scheibe im Player, mir egal, mir gefällt’s nicht, wenn dauernd gesungen wird - basta.
Womit wir wieder beim bereits erwähnten zwiespältigen Eindruck wären! Ganz hart zusammengefasst haben wir hier einen inhaltslosen, ohrenkrebserzeugenden Augenschmaus der sich wohl eher an ein jüngeres Semester richtet. Ich spreche also über einen durchschnittlichen Film und weil ich den Skeletthund so süss fand, gibt’s dann doch noch einen Punkt überm Durchschnitt.