
| Titel: | Frontière(s) |
| Produktionsjahr: | 2007 |
| Herstellungsland: |  |
| Genre: | Horror |
| Regie: | Xavier Gens |
| Darsteller: | Karina Testa, Aurélien Wiik, Patrick Ligardes |
| Laufzeit: | 82 Min. |
| Altersfreigabe: | ungeprüft |
| Kaufen: | laserzone.ch |
| Links: |   |

Eine Gruppe Jugendlicher nutzt die politischen Unruhen in Paris zu einem Überfall aus und erbeutet eine beachtliche Summe Bargeld. Die Flucht gestaltet sich aber schwieriger als gedacht, einer der Ganoven verstirbt gar während der polizeilichen Verfolgung an einer Schusswunde.
Die vier anderen Diebe vereinbaren als nächsten Zufluchtsort eine kleine Herberge nahe der Grenze, ein paar Autostunden von Paris entfernt. Was die Flüchtigen, allerdings nicht wissen: Die Unterkunft wird durch eine Horde geisteskranker Neo-Nazis geführt, welche es kaum abwarten können, die Jugendlichen nach allen Regeln der Kunst nacheinander abzuschlachten. Yasmine, die einzige Frau unter den Fliehenden, soll gar dazu verwendet werden, das „reine Blut“ der Familie weiterzugeben – eine Jagd auf Leben und Tod beginnt...


Ok, zugegeben, es war vielleicht schon ein bisschen krank, extra wegen diesem Film nach Frankreich zu fahren und in ein dortiges Kino zu sitzen. Aber was soll ich machen? Die Vorschusslorbeeren waren derart saftig, da konnte ich einfach nicht widerstehen. Ausserdem passt es doch, einen Film mit dem Namen „
Frontière(s)" auf der anderen Seite der Grenze zu sehen, oder?
Meine Erwartungshaltung dürfte somit auch geklärt sein, selten hatte ich mehr „Bock“ auf einen Film als auf
Xavier Gens’ „
Frontière(s)“. Und es kam, wie es in solchen Fällen eigentlich immer kommt – ich verliess das „Kinepolis“ in Mulhouse mit enttäuschter Mine...
Dem günstig und sehr schnell abgedrehten „
Frontière(s)“ ging der Ruf voraus, eine der härtesten Kinoerfahrungen der letzten paar Jahre zu sein. Diese Aussage mag stimmen, seit „
The Descent“ war nie wieder so viel Kunstblut im Kino zu begutachten. Problematisch ist allerdings die Tatsache, dass der Film ansonsten einfach nicht viel Innovatives zu bieten hat. Man füttert die alte Oma nach „
Texas Chainsaw Massacre“-Art, dann kriechen wir in der „
Descent“-Höhle um später in bester „
Hostel“-Manier ein paar Fersen durchzuschneiden. Die „
The Hills have Eyes“-Gestalten überraschen dann auch nicht mehr wirklich. Dass aber sogar gewisse (wirklich harten) Effekte offensichtlich von „
High Tension“ abgekupfert wurden, ist dann nur noch schade.
Nicht dass wir uns falsch verstehen, die Effekte sind wirklich hart, gut gemacht und werden die grosse Gorehound-Familie da draussen bestimmt gut bedienen! Doch wer das Ganze verpackt in einer tollen und beklemmenden Story sehen wollte, der hat einfach Pech gehabt. Ganz peinlich der Auftritt des Nazi-Familienoberhauptes: Der Gute sollte wohl einen alten Original-Nazi darstellen, dumm nur, dass seine auf Deutsch gesprochenen Sätze grammatikalisch keinen Sinn ergeben... Da werden in einem Film Fremdsprachen bemüht –aber falsch. Ich konnte mir ein Schmunzeln nicht verkneifen, der Altgeneral kann selber kein Deutsch, oh yeah... Geht gar nicht!
Die restlichen mir gänzlich unbekannten Schauspieler machen ihre Sache ordentlich, obschon mir am Ende
Karina Testas Interpretation einer verstörten Frau eher den Eindruck einer Parkinsonkranken gemacht hat, war irgendwie witzig.
Im Übrigen dürfte der im Film praktizierte Nationalsozialismus für deutsche Filmverleiher zum Thema werden. Ich könnte mir vorstellen, dass die deutschen Zensurabteilungen ihre Freude haben werden und hier und da die Schere anbringen werden – allerdings nicht zwingend der Gewalt wegen...
Das Fazit: Der Film hat inhaltlich nicht viel zu bieten und man wird das Gefühl nie los, alles schon mal sonst wo gesehen zu haben. Doch lieber gut kopiert als schlecht selber gemacht, das Gezeigte überzeugt durchaus und reiht sich meines Erachtens leicht unter dem „
Hills have Eyes“-Remake, aber vor ähnlichen Machwerken wie „
Hostel II“ oder „
Wrong Turn“ ein.
Wer inzwischen typischen Schlacht-Horror sucht, findet ihn hier. Wer Thrill-Horror will, der suche an einem anderen Ort. Alles in Allem gute Unterhaltung – aber leider nicht der erhoffte Megakracher schlechthin.
Trotzdem hat es schon was, für einen Film bis nach Frankreich zu fahren. Muss ich mir bei Gelegenheit wieder mal geben...

Die sackharte französische Antwort auf Hostel. Kompromisslose Aneinanderreihung diverser Gewaltdartstellungen ohne storytechnische Höhepunkte. Schauspieltechnisch mit Defiziten.







